Damen I / Ottobrunn – Weilheim (26:16) Ein unnötig hartes Spiel bringt eine unnötig Hohe Niederlage mit sich.

Als am vergangenen Wochenende unsere Pinken in heimischer Halle gegen den TSV Weilheim antreten mussten, rechnete man sich zwar keine großen Chancen gegen den Tabellenfünften aus, doch um Punkte einfach zu verschenken, spielt in Ottobrunn niemand Handball.
Dass es beiden Mannschaften nicht an Kampfgeist mangelte, sollte am Ende der Partie zweifelsfrei bewiesen und durch einen mit Verletzungen wohl gefüllten Spielbogen auch belegt sein.
Den besseren Start erwischte mit einer klaren 6:0 Führung jedoch der Gegner. So kam es auch, dass die in einer 3:2:1 Formation ziemlich offensiv, aber auch zu offen stehende Abwehr der Ottobrunnerinnen viel zu oft zusehen musste, wie sich das robuste Aufgebot aus Weilheim selbst durch die kleinste Lücke drückte. Auch im Angriff wollte so manches nicht gelingen, denn konnte man in den vorangegangen Partien noch auf einen starken Rückraum hoffen, musste man in diesem Spiel das durch fünf Rückraumausfälle geschwächte Team mit zwei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft auffüllen und die Außen auf die Halbpositionen stellen. So war es nicht verwunderlich, dass man sich in der kompakt stehenden Abwehr der Gegnerinnen festspielte, viele Abschlüsse durch Unsicherheiten zu voreilig kamen, Spielerinnen in günstigeren Positionen übersehen wurden und mit unglücklichen Latten- und Pfostenschüssen das Angriffsspiel nicht so recht in Fahrt kommen wollte. Als dann auch noch das schauspielerische Talent der kräftigen Weilheimerinnen ein ums andere Mal mit Siebenmetern gewürdigt wurde und Angriffe durch unglückliche Entscheidungen der Unparteiischen abgepfiffen wurden (so wurden z.B auf einmal weiße anstatt der bisher gültigen orangen Linien als Auslinien gewertet) gewann das ohnehin schon sehr intensive Spiel noch mehr an Brisanz. So kam die Halbzeitpause auch zur rechten Zeit um die erhitzen Gemüter zu beruhigen und eine neue Taktik auzuklügeln, um zumindest den deprimierenden Rückstand von 10 Toren (15:5) zu verringern.

Doch auch in der zweiten Halbzeit wollte die Abwehr anfangs nicht gelingen, denn als man nun versuchte, die Außen kurz zu nehmen, hatte der körperlich überlegene Rückraum der Weilheimerinnen leichtes Spiel mit unserer im Vergleich zierlich wirkenden Abwehr. Doch nun hatte zumindest unser Angriff seine Chance im schnellen Spiel entdeckt und erzielte zunehmend schöne Tore, denn wenigstens konditionell waren unsere Damen im Vorteil, was leider viel zu wenig ausgenutzt wurde. Als dann zur 45. Minute der letzte Versuch unternommen wurde mit einer offensiven 6:0 Abwehrformation Schlimmeres zu verhindern, konnte man erstmals auch hier Erfolge erzielen. Zwar war an eine Aufholjagd nicht mehr zu denken, doch unsere Pinken Mädls konnten die restlichen 15 Minuten zeigen, dass sie – wenn auch zu spät – noch zu ihrem Spiel fanden.
Neben einer Schulter-, einer Arm- und einer Kopfverletzung musste jedoch in der 60. Minute noch ein weiterer Wehrmutstropfen geschluckt werden. Denn nachdem 2 Sekunden vor Schluss eine unserer Spielerinnen während eines Tempogegenstoßes an der Mittellinie (!) per Weilheimer Notbremse unverhältnismäßig hart von hinten gefoult wurde, platze unserem pinken Wirbelwind der Kragen und sie sah für einen Rempler rot.

Abschließend muss man zwar sagen, dass wir verdient verloren haben, denn viele Fehler im Angriff sowie in der Abwehr hätten nicht sein müssen und durch ein wenig mehr Umsicht im Spiel hätte es auch anders ausgehen können. Dennoch war es schön zu sehen, dass unsere Mädls aus der zweiten Mannschaft absolut zu Recht gefragt wurden, ob sie aushelfen könnten, denn sie haben ein außerordentlich gutes Spiel gemacht!
Merken werden wir uns jedoch leider, dass dramatisches Schreien tatsächlich auch als taktisches Mittel einen Spielzug und damit schönes Spiel ersetzen kann, Frauen sich nach einem Spiel auch mal gerne prügeln würden und sich keines der anwesenden Teams durch ihre Leistungen mit Ruhm bekleckert hat.